Apollo Intensa Emozione 2017: Auf die Straße darf der nicht

Apollo Intensa Emozione 2017

Hey Buddy, bist du auch so ein Fan PS-strotzender Sportwagen? Dann hab’ ich heute was für dich. Okay, bezahlbar ist der Renner nicht. Auf die Straße darf er ebenfalls nicht. Aber hammergeil ist er, der Apollo Intensa Emozione 2017.

Bist du wie ich ein PS-Freak? Dann erinnerst du dich vielleicht an die einstige Sportler-Schmiede Gumpert? Die gründete 2005 – zusammen mit Tuner MTM und Motorsportzulieferer Nitec – ein gewisser Roland Gumpert. Der Ingenieur war zuvor bei Audi tätig und zuletzt sogar Motorsportchef bei den Bayern. Der Traum der eigenen PS-Schmiede währte trotzdem nicht allzu lang.

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2012 crashte Gumpert in die Insolvenz. Danach gab es ein Mordshickhack und plötzlich sogar zwei Firmen mit dem Namen Gumpert, die obendrein beide in Genf 2014 den jeweils gleichen Sportler Explosion vorstellten. Lange Rede, kurzer Sinn. Der Gumpert Explosionging nie in Produktion. Die Gumpert-Reste (sowie Rechte) schnappte sich schließlich 2015 ein Investor aus Hongkong. Name: Norman Choi.

Apollo Intensa Emozione 2017: V12, 780 PS, 759 Nm

Jener formierte aus den Gumpert-Resten die Marke Apollo Automobil. Wobei Apollo eine Hommage an das Erbe ist und zwar an den einstigen Sportler Gumpert Apollo. 2016 gab es das erste Modell der „Neuzeit“, den Apollo Arrow. Eine Art Mischung aus McLaren und Lamborghini. Just im Oktober folgte der zweite Coup, der Apollo Intensa Emozione 2017. Oder kurz Apollo IE. Und der Renner ist einfach Hammer.

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Ein fetter V12 unter der Haube bzw. im Heck. Von Ferrari, aber bei Autotecnica Motori noch mal feingetunt. Nix Turbo, sondern ein frei drehender Sauger. Satte 6,3 Liter groß. Power? 780 Pferde bei 8.500 Touren. Sowie 760 Nm Drehmoment. Die befeuern den nur 1.250 kg schweren Apollo IE 2017 in 2,7 Sekunden von null auf 100 Sachen. Spitze: knappe 335 km/h. Wumm, die Kiste geht mal richtig ab. Bei 300 soll der Renner einen Abtrieb von 1.350 kg erzeugen.

Gepaart ist der Zwölfender übrigens mit einem sequentiellen 6-Gang Getriebe von Hewland. Samt Schaltwippen am Lenkrad. Sequentiell heißt: Einlegen musst du nur den ersten Gang, die restlichen knallt das Getriebe von selbst rein. Also (halt)automatisch wie in der Formel 1. Kuppeln musst du aber immer noch. Zumindest beim ersten Gang. Ob das Getriebe bleibt, ist offen. Laut Choi will Apollo ein eigenes 7-Gang DSG bauen. Dessen Entwicklung (in Eigenregie) dürfte aber nicht ohne sein.

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Apollo Automobil spendiert seinem IE jedenfalls noch eine zwölfstufige Traktionskontrolle und adaptive Dämpfer von Bilstein. Für Verzögerung sorgt eine Bremsanlage aus Karbon und Keramik von Bremsenspezi Brembo. Carbon ist überhaupt das Stichwort. Denn der Apollo IE 2017 besteht quasi von vorn bis hinten aus Kohlefaser. Monocoque, Karosserie, alles aus Carbon gebacken. Selbst der Rahmen besteht aus Carbon statt Stahl.

Apollo IE 2017: Renner hat keine Straßenzulassung

Sitze? Mmh, gibt’s auch nicht. Also keine richtigen. Stattdessen platzieren Fahrer und Beifahrer im Apollo Intensa Emozione ihre Hinterteile auf zwei dünnen Sitzpolstern. Darunter: Carbon. Dafür sind die „Sitze“ den Ärschen Popos der Fahrer angepasst. Rein optisch erinnert übrigens nichts mehr an das Gumpert-Erbe. Nix mehr mit rund, knuffig und irgendwie pummelig. Der Apollo Intensa Emozione 2017 – zu Deutsch: starkes Gefühl – zeigt harte Ecken und Kanten. Fette Spoiler vorn wie hinten. Die Front erinnert mich ja total an den neuen Honda NSX. Dich auch? Das Dank für das schnittige Design geht jedenfalls an den IE-Designer Jowyn Wong. Wie Apollo-Inhaber Choi ebenfalls aus China. Seinen Sitz hat Apollo dagegen in Denkendorf. Bayern.

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Der dicke Hammer kommt zum Schluss. Kosten soll der Apollo IE 2017 satte 2,3 Millionen Euro. Plus Steuern. Macht in Deutschland also 2,737 Mios. Allein die dreiflutige Abgasanlage kostet laut Hersteller schon schlappe 70.000 Mücken – und kommt aus dem 3D-Drucker. Bauen will Apollo aber eh nur zehn Stück des Hypercars. Zwei in Italien produzierte Renner sind bereits fertig und dienen quasi interessierten Kunden zum anfassen. Und zum testen. Allen (zehn) Käufern gewährt Apollo außerdem ein Vorkaufsrecht auf den Apollo Arrow. Der soll 2019 kommen.

Ein Problem bleibt. Der Apollo IA 2017 hat keine Straßenzulassung. Mit gewissen Beziehungen soll die in manchen Ländern zwar erhältlich sein. In Deutschland darf der Apollo Intensa Emozione aber nur auf die Rennstrecke. Dort setzt der China-Sportler immerhin auf Slicks von Michelin. Für die Straße – die nötige Dosis Vitamin B für eine Straßenzulassung vorausgesetzt – liefert Apollo Michelin Sport Cup2 Reifen mit.

Technische Daten Apollo Intensa Emozione 2017

  • Länge: 5.066 mm
  • Breite: 1.995 mm
  • Höhe: 1.130 mm
  • Radstand: 2.700 mm
  • Spur vorn: 1.678 mm
  • Spur hinten: 1.640 mm
  • Gewicht: 1.250 kg
  • Motor: 6,3 l V12
  • Leistung: 780 PS bei 8.500 U/min.
  • Drehmoment: 760 Nm bei 6.000 U/min.
  • Modi: 3 (Wet, Sport, Track)
  • Spitze: 335 km/h
  • Sprint 0-100 km/h: 2,7 s
  • Getriebe: sequentielles 6-Gang Getriebe (7-Gang DSG geplant)
  • Traktionskontrolle: 12 Stufen
  • Tank: 100 l

Bild & Video: Apollo Automobil

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